Warst du da (1. Strophe)?

Anmerkungen und Musiktheorie zu Strophe 1 des Liedes „Warst du da, als sie kreuzigten den Herrn?“ (Neues Gesangbuch Nr. 1206)

Zunächst ein wenig Theorie. Diese Grundlagen solltet ihr kennen. Dadurch findet ihr euch auf den Notenblättern auch besser zurecht und werdet immer sicherer Noten Lesen lernen.

Heute lernen wir die 1. Strophe kennen.

Diese beginnt mit einem kurzen Vorspiel und wird NUR von den Männern gesungen.

Die hohe Männerstimme (TENOR) und die tiefe Männerstimme (BASS) singen immer die gleichen Noten.

Der Tenor singt immer die Noten, bei denen der Notenhals nach oben zeigt, der Bass singt die Noten, bei denen der Notenhals nach unten zeigt.

kopf und hals
übereinander

Die Noten für Tenor und Bass liegen genau aufeinander. Man sieht aber die beiden Hälse, daran erkennt man, dass diese Note von Tenor und Bass gleichzeitig gesungen werden.

anfang

Ganz am Anfang findet man schnell die ersten wichtigen Informationen. Das M am Anfang bedeutet, dass hier nur die Männer singen.

Danach sieht man den Bass-Schlüssel. Dann kommt die Tonart (3b = C-Moll). Beide werde ich später erklären.

Dann steht 2/2, das ist die Taktart.

Die Zahlen 2/2 am Anfang eines Taktes stehen für „zwei Halbe“. Sie bedeutet, dass jeder Takt aus zwei Schlägen besteht, wobei ein Schlag dem Wert einer Halben Note entspricht.

Die obere Zahl (2) gibt die Anzahl der Schläge, die untere (2) den Notenwert (Halbe) an.

Das klingt jetzt wahrscheinlich sehr kompliziert, aber im Laufe der Zeit werdet ihr immer mehr darüber lernen. Im Moment sag ich nicht mehr darüber.

über

Für uns wichtiger ist bei diesem Lied, was über der ersten Notenzeile steht.

Eine Note (hier eine Halbe) = 76 und
mp (mezzopiano)

Beides wird sich während des Liedes einige Male ändern.

Lautstärke

Fangen wir hier mit dem „mp“ an. Musik wird erst dann zu schöner Musik, wenn sich die Lautstärke ändert, also wenn einmal leise, dann wieder mal laut gesungen wird.

Deshalb sieht man auf den Notenblättern oft auch einen Hinweis zur Lautstärke. Hier eine Übersicht mit einigen Bezeichnungen:

Wir singen in unserem Lied Lautstärken von p = piano bis f = forte. Die Lautstärkeangaben sind an der jeweiligen Stelle über der Notenlinie angegeben.

Es gibt aber neben diesen vier, die in unserem Lied verwendet werden, noch viele weitere Lautstärkeangaben.

Geschwindigkeit

Nun zur Zahl 76. Die Zahl 76 gibt an, wieviel Schläge in einer Minute gezählt werden. Je größer diese Zahl ist, desto schneller ist das Lied.

Das Tempo ist auch vergleichbar mit unserem Pulsschlag. Ein Puls von 80 bedeutet, dass das Herz 80 mal in der Minute schlägt.

Am leichtesten zu verstehen ist es, wenn es 60 Schläge in der Minute sind. Dann ist es genau ein Schlag in der Sekunde.

In unserem Lied beginnen wir mit 76 Schlägen in der Minute.

Das ist schneller als ein Schlag in der Sekunde, es ist fast so schnell wie der „Normalpuls“ von 80 pro Minute.

Die Tempobezeichnung wird auch oft mit dem englischen Ausdruck „BPM“ angegeben, was Beats Per Minute bedeutet.

Pop-Songs haben typischerweise ein Tempo zwischen 100 und 130 bpm (Beats per Minute), mit einem Durchschnitt um die 120 bpm. Das sorgt für Energie, Tanzbarkeit und Radiofreundlichkeit, wobei Balladen langsamer und Dance-Pop schneller ausfallen.

Speed Metal z.B. ist deutlich schneller und energiegeladener (durchaus über 200 bpm). Das macht aber auch was mit dem Zuhörer. Denn sein innerer „Rhythmus“ möchte sich der Musik anpassen. Der Puls geht hoch. Und ein so höher Puls ist über eine längere Zeit sehr ungesund.

Das Stück, das wir singen, beginnt in der ersten Strophe mit 76 bpm.

Die zweite Strophe wird in einer Geschwindigkeit von 68 bpm gesungen.

In der dritten Strophe singen wir über die Grablegung Jesu, da gehen wir mit der Lautstärke nach unten (p = piano) und auch mit dem Tempo (56 bpm).

Dadurch wollen wir die Zuhörer mitnehmen und ein Gefühl der Traurigkeit übermitteln.

Die vierte Strophe geht in Tempo und Lautstärke wieder hoch (f = forte = laut, 64 bpm). Da singen wir von der Auferstehung, und wir wollen durch Tempo und Lautstärke den Zuhörern unsere Freude darüber auch zeigen.

Ihr seht also, dass wir durch Tempo und Lautstärke (Dynamik) sehr viel Spannung erzeugen

Wir als Sänger müssen wissen, wann wir laut oder leise, wann wir schnell oder langsam singen. Und wir müssen das gemeinsam tun, wie aus einem Guss.

Wenn einer von uns plötzlich anfänge, schneller zu singen als die anderen, kämen alle durcheinander.

Deshalb ist auch der Dirigent so wichtig, der während des Liedes den Takt angibt. Darum sollen die Sänger auch während des Singens nicht dauernd auf ihre Noten starren, sondern den Dirigenten beobachten, wie er Takt und andere Dinge für alle Sänger vorgibt.

Das ist auch eine Übungssache, und ich freue mich, dass wir da in nächster Zeit gemeinsam Erfahrung sammeln dürfen.

Zum Schluss der heutigen Theoriestunde nun noch der Teil aus der Übungsdatei für die erste Strophe:

Die erste Strophe ist einfach. Es singen nur die Männer, einstimmig.

Atmen

Letzte Anmerkung: Beachtet auch die „Atemzeichen“. Es ist wichtig, dass die Sänger gemeinsam Atmen, nicht einer da und der andere dort. Deshalb stehen die Stellen, wo man Atmen soll, auch auf den Noten mit drauf.

Dadurch strahlt der Chor eine schöne Einigkeit aus.

Dann bis morgen, da kommt die Theorie für die 2. Strophe.

1 Gedanke zu „Warst du da (1. Strophe)?“

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